Klaus Perwas (Cheftrainer der SKYLINERS): „Man muss feststellen, dass der MBC eine hervorragend zusammengestellte Truppe hat. Sie sind auf allen Positionen wirklich sehr gut besetzt, insbesondere in den großen Positionen mit drei erfahrenen deutschen Spielern. Sie verfügen über Shooting Guards und Athleten im Team. Mit Michael Devoe haben sie jemanden, der Plays kreieren kann, und einen Spielmacher in Charles Callison, der den Rhythmus vorgibt. Zudem gibt es einige Rollenspieler, die ihre Rollen richtig interpretieren, sodass man von einem sehr ausgeglichenen Kader sprechen kann. Wenn, wie beim TOP FOUR, jedes Rädchen ineinandergreift, sieht man auch, zu was sie in der Lage sind.
Ich denke, wir haben zwei ordentliche Spiele zu Hause gemacht, wobei wir leider nur eines gewonnen haben. Das Auswärtsspiel in Ulm war nicht gut, aber wir wollen jetzt zeigen, dass wir auch gegen eine gute Mannschaft, den Pokalsieger, auswärts eine gute Leistung bringen können und Schritte nach vorne machen. Dabei fokussieren wir uns auf uns selbst und wollen dies mit der richtigen Intensität angehen.“
Der SYNTAINICS MBC ist wohl eines der positiven Überraschungsteams dieser Saison. Nicht nur, weil sie den Titel im Pokal errungen haben, sondern auch, weil das Team von Headcoach Janis Gailitis im deutschen Basketball-Oberhaus einen guten Job macht. Mit Tabellenplatz sieben und ihrer Heimstärke im Wolfsbau, wo sie neun von zwölf Partien gewonnen haben, haben sie die Möglichkeit, die direkte Playoff-Teilnahme zu sichern. Bei einem Spiel Rückstand auf RASTA Vechta ist der Kurs auch gegen den Aufsteiger Frankfurt klar vorgegeben.
Die Hessen benötigen noch vier Siege oder vier Niederlagen der BG Göttingen, um endgültig die Buchung für die nächste easyCredit Basketball Bundesliga-Saison zu sichern. Die Einstellung am vergangenen Spieltag gegen das Spitzenteam aus Chemnitz war vielversprechend, doch das Endergebnis von 65:70 enttäuschte. Topscorer Malik Parsons (17.1 PPG) präsentiert sich in der Offensive zwar weiterhin als produktiv, doch der dezimierte Kader mit den verletzten Frankfurtern Christoph Philipps, Trey Calvin und David Muenkat sowie dem grippeerkrankten Einaras Tubutis kommt langsam an seine Grenzen. Wobei der letztgenannte Center heute wieder ins Training einsteigen sollte.
Anders sieht die Situation bei den Weißenfelsern aus, die zwar verletzungsbedingt auf Martin Breunig (Fingerverletzung) verzichten müssen, jedoch mit dem ehemaligen NINERS-Center Eddy Edigin (9.3 PPG, 4.0 RPG) schnell einen Ersatz präsentieren konnten und so ihren Kader in voller Mannstärke halten. Diese Stärke bekamen die SKYLINERS auch im Hinspiel zu spüren, als die Wölfe im zweiten Viertel mit 29:18 davonzogen und am Ende ihre Führung beim 79:69 verteidigten. Der zweitbeste Scorer der Weißenfelser, Spencer Reaves, war mit 20 Zählern einer der Garanten für diesen Auswärtserfolg. Der ältere Bruder von Lakers-Star Austin Reaves erzielt sonst im Schnitt 14.0 Punkte pro Partie und gehört beim drittbesten Dreierteam der gesamten Liga (35.8 %) mit einer Wurfquote von 38.7 % jenseits des Perimeters zu den treffsicheren Akteuren. Übertrumpft in Sachen Scoring wird der Shooting Guard von einem anderen Flügelspieler, nämlich Michael Devoe, der meist von der Bank kommend 16.2 PPG erzielt.
Die offensivstarken Ostdeutschen (84.8 PPG; Rang 4 in der Liga) verfügen zudem über ein US-amerikanisches Trio mit dem erfahrenen Power Forward Tyren Johnson (12.5 PPG), Aufbauspieler Charles Callison (10.0 PPG, 5.2 APG) sowie dem athletischen Ty Brewer (10.8 PPG, 5.2 RPG), die alle in zweistelligen Punktewerten liegen. Der ausgeglichene Kader, der mit den Veteranen John Bryant und dem ehemaligen Frankfurter Akeem Vargas noch weitere erfahrene Akteure aufweisen kann, überzeugt auch von der Freiwurflinie mit einer Trefferquote von über 80 %. Doch ähnlich wie die SKYLINERS hat der SYNTAINICS MBC Schwierigkeiten, die Rebounds für sich zu entscheiden, und steht im Ranking auf dem letzten Tabellenplatz.
Wer sich am Ende die Abpraller schnappt – ob Wölfe oder SKYLINERS - gibt es bei Dyn zu sehen.